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Freitag, 1. September 2023

Was ist Resilienz und wie kann sie Ihr Leben positiv beeinflussen?



In einer Welt, die ständig im Wandel ist und mit Herausforderungen gespickt ist, spielt die Resilienz eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden und unsere Fähigkeit, mit den Anforderungen des Lebens umzugehen. Aber was genau ist Resilienz, und wie können wir sie entwickeln, um widerstandsfähiger und stärker zu werden? In diesem Blogbeitrag werden wir uns ausführlich mit diesem wichtigen Konzept befassen.

Die Bedeutung von Resilienz: Resilienz ist die Fähigkeit, nach Rückschlägen, Stress und schwierigen Lebensereignissen zurückzukehren, sich anzupassen und sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Es geht nicht nur darum, Herausforderungen zu überwinden, sondern auch darum, aus ihnen zu lernen und persönlich zu wachsen. Resilienz ist ein Schlüssel zu einem gesunden und erfüllten Leben.

Die Merkmale von Resilienz:

  1. Selbstbewusstsein: Resiliente Menschen kennen sich selbst gut und sind sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst.
  2. Emotionale Regulation: Sie können Emotionen effektiv erkennen, verstehen und steuern, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
  3. Problemlösungsfähigkeiten: Resiliente Menschen sind in der Lage, klare und effektive Strategien zur Bewältigung von Problemen zu entwickeln.
  4. Soziale Unterstützung: Sie haben ein starkes soziales Netzwerk und wissen, wann sie Hilfe suchen sollten.
  5. Optimismus: Sie neigen dazu, eine positive Einstellung und Hoffnung aufrechtzuerhalten, auch in schwierigen Zeiten.

Die Entwicklung von Resilienz: Die gute Nachricht ist, dass Resilienz erlernt und entwickelt werden kann. Hier sind einige Schritte, um Ihre Resilienz zu stärken:

  1. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein: Kennen Sie sich selbst, Ihre Werte und Ihre Überzeugungen.
  2. Entwickeln Sie emotionale Intelligenz: Lernen Sie, Ihre Emotionen zu erkennen und effektiv damit umzugehen.
  3. Fördern Sie Problemlösungsfähigkeiten: Arbeiten Sie daran, Lösungen für Herausforderungen zu finden, anstatt sich von ihnen überwältigen zu lassen.
  4. Suchen Sie soziale Unterstützung: Pflegen Sie enge Beziehungen und seien Sie bereit, Hilfe von anderen anzunehmen.
  5. Kultivieren Sie Optimismus: Üben Sie eine positive Einstellung und suchen Sie nach Chancen in Schwierigkeiten.

Resilienz im Alltag: Resilienz ist keine Fähigkeit, die nur in Extremsituationen zum Tragen kommt. Sie beeinflusst unser tägliches Leben, indem sie uns dabei hilft, mit alltäglichen Stressoren, beruflichen Anforderungen und zwischenmenschlichen Beziehungen umzugehen. Sie ermöglicht uns, Herausforderungen als Chancen zur persönlichen Entwicklung zu sehen.

Fazit: Resilienz ist ein lebenswichtiges Konzept, das die Fähigkeit zur Bewältigung von Schwierigkeiten und zur positiven persönlichen Entwicklung fördert. Sie ist erlernbar und kann in allen Lebensbereichen von großem Nutzen sein. Indem wir unsere Resilienz stärken, können wir ein erfüllteres und widerstandsfähigeres Leben führen. Es ist nie zu spät, damit anzufangen.

Freitag, 29. Juli 2016

7 SCHLÜSSEL ZU DEN INNEREN KRÄFTEN

Resilienz: DAS MODELL



7 SCHLÜSSEL ZU DEN INNEREN KRÄFTEN

Im Volksmund spricht man auch von den Stehauf Menschen, denn resiliente Menschen haben eine innere Stärke, eine Art seelisches Immunsystem, das aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren erwächst. Diese Faktoren können gelernt und trainiert werden.
Es gibt ein anschaulichen Resilienzmodell nach Gruhl/Körbächer vom Resilienzzentrum Osnabrück.

OPTIMISMUS

  • An die Möglichkeiten eines positiven Ausgangs glauben.
  • Zuversichtlich in die Zukunft blicken, trotz der schwierigen Situation.

AKZEPTANZ

  • Dort wo kein Einfluss möglich ist, das Unabänderliche akzeptieren.
  • Auf das eigene Königreich und die eigenen Einflussmöglichkeiten konzentrieren.

LÖSUNGSORIENTIERUNG

  • Die Aufmerksamkeit auf mögliche Lösungen und auf die Zukunft richten, um dadurch wieder handlungsfähig zu werden.

SICH SELBST REGULIEREN

  • Die eigene Verfassung (Gedanken, Gefühle, Stimmungen) und die eigenen Reaktionen dem Kontext angemessen steuern
  • Die Balance herstellen zwischen Anspannung und Kontakt, Flexibilität und Struktur.

VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

  • Die Opferrolle verlassen.
  • Verantwortung für sich selber übernehmen und die eigenen Handlungsspielräume nutzen.

BEZIEHUNGEN GESTALTEN

  • Wertschätzende Beziehungen pflegen, Unterstützung geben und von anderen annehmen.

DIE ZUKUNFT GESTALTEN

  • Sich an seinen eigenen Werten orientieren.
  • Ziele setzen und verfolgen.
  • Schwierigkeiten einkalkulieren und alternative Handlungsmöglichkeiten erarbeiten.
Durch die Weiterentwicklung von Resilienz nutzen Sie Ihre persönlichen Ressourcen und aktivieren so Ihr Potential Veränderungen gut zu bewältigen. Dadurch schaffen Sie sich auch Reserve-Fähigkeiten für schlechte Zeiten.


Samstag, 18. Juli 2015

Kuschelhormon als Schlankmacher

Kuschelhormon als Schlankmacher




Weniger Kalorien dank Oxytocin

Von einer Pille, die den Appetit zügelt und eine Diät leichter macht, träumen viele. Denn weniger zu essen, fällt vor allem Übergewichtigen schwer. Bisher allerdings haben sich nahezu alle Appetitzügler und Diätpillen als bestenfalls unwirksam und schlimmstenfalls gesundheitsgefährlich entpuppt. Möglicherweise könnte sich das Kuschelhormon hier als Ausweg erweisen, wie US-Forscher im März 2015 berichteten.

Für ihr Experiment verabreichten die Forscher 13 normalgewichtigen und 12 übergewichtigen Männern entweder eine Dosis Oxytocin per Nasenspray oder ein Placebo. Eine Stunde später durften die Probanden sich ein Frühstück ihrer Wahl bestellen. Dabei wurde registriert, was und wieviel sie aßen. Der gleiche Versuch wurde eine Woche später mit vertauschten Gruppen wiederholt.



Weniger Kalorien, erhöhte Fettverbrennung


Die Auswertung ergab: Die Männer, die zuvor Oxytocin bekommen hatten, nahmen im Durchschnitt 122 Kilokalorien und neun Gramm Fett weniger zu sich. Das erscheint zwar auf den ersten Blick nicht viel. Aber wenn mehrere Mahlzeiten am Tag zusammenkommen, dann kann dies durchaus den Unterschied zwischen Abnehmen und weiter Zunehmen ausmachen. Zudem verbrannten die Oxytocin-Probanden in den Stunden nach der Mahlzeit mehr Fett als die Placebogruppe.

Interessanterweise waren sich die Teilnehmer der appetitzügelnden Wirkung des Oxytocins nicht bewusst. Subjektiv hatten sie nicht den Eindruck, weniger Appetit zu haben, wie eine Befragung ergab. Wie das Kuschelhormon den Appetit zügelt, ist bisher noch unbekannt. Die Forscher vermuten aber, dass das Oxytocin auf Schaltkreise im Gehirn wirkt, die an der Hungersteuerung beteiligt sind, weil dies auch schon in Tierversuchen beobachtet wurde. Die Menge an appetitregulierenden Hormonen im Blut der Probanden änderte sich allerdings beim Versuch nicht.

"Unsere Ergebnisse sind wirklich aufregend", sagt Elizabeth Lawson von der Harvard Medical School in Boston. "Zwar sind noch weitere Studien nötig, aber ich glaube, dass Oxytocin eine vielversprechende Behandlung für Übergewicht und seine Folgen sein könnte.

" Bisher wurden die Versuche allerdings nur bei Männern gemacht, ob das Kuschelhormon auch bei Frauen so wirkt, muss daher noch getestet werden. Nebenwirkungen beobachteten die Forscher in ihrem Experiment nicht.

Dienstag, 7. Juli 2015

Wie wirkt Duft in unseren Träumen?

Rosenduft und faule Eier


Wie wirkt Duft in unseren Träumen?


Auszug aus Studie von Michael Schredl, Universität Heidelberg - Stand 19.06.2015

Wie beeinflussen Gerüche unsere Träume? Um das herauszufinden, verwendeten wir in unserer Studie einen großen Olfaktometer, der einen leichten, konstanten Luftstrom erzeugen und in die Nase der Versuchsperson leiten kann. 
Die Olfaktometer-Technik erlaubt es, die Geruchsreize unter kontrollierten Bedingungen zu- und abzuschalten. 

Als Geruchsreize verwendeten wir den nach faulen Eiern riechenden Schwefelwasserstoff und den nach Rosen duftenden Phenylethylalkohol; als Kontrolle diente die Raumluft. 



Praktisch lief der Versuch so ab: 

Sobald eine schlafende Versuchsperson in der REM-Phase war, wurde einer der beiden Geruchsreize für zehn Sekunden zugeschaltet. Danach warteten wir eine Minute lang, bis wir den Schlafenden weckten. 




Während der kurzen Wartezeit trieb der konstante Luftstrom den Duft wieder aus der Nase, sodass die Teilnehmer den Geruch beim Aufwachen nicht bewusst wahrnehmen konnten. 



Nur ein "stinkiger" Traum


Nachdem die Traumberichte ausgewertet worden waren, zeigte sich, dass nur einer der Versuchsteilnehmer einen Traum mit einer Geruchswahrnehmung erlebt hatte: Die Person träumte von einer Chinesin, mit der sie gemeinsam einen unangenehmen Geruch wahrnahm. Dieses Ergebnis scheint im Widerspruch zur Vorgängerstudie zu stehen, die in immerhin 19 Prozent der Träume einen Einfluss von Geruchsreizen nachweisen konnte. 

Doch der dort ermittelte höhere Anteil an "passenden" Träumen lässt sich wie folgt erklären: In der US-Studie wurden scharfe Gerüche wie Ammoniak oder Rauch verwendet. Sie gelangen über den Trigeminusnerv direkt in das Großhirn und haben aufgrund ihrer unmittelbaren Weiterleitung eine größere Chance, in das Traumbewusstsein zu kommen. 




Einfluss auf die Traumfärbung


Die von uns verwendeten olfaktorischen Reize hingegen gelangen vermutlich zuerst in die Amygdala, das Gefühlszentrum. Dadurch beeinflussten sie nicht die Trauminhalte, dafür aber die emotionale Färbung des Geträumten: 



Beim angenehmen Rosenduft waren die von den Versuchsteilnehmern berichteten Traumgefühle positiver als bei den unangenehmen Geruchsreizen. 

Das lässt an eine praktische Anwendung denken, beispielsweise an eine „Dufttherapie“ für Menschen, die unter Albträumen leiden. 

Allerdings sind hierbei einige Hindernisse zu überwinden, da sich die Nase sehr schnell an konstant dargebotene Reize gewöhnt.





Dienstag, 16. Juni 2015

Soziale Nähe macht großzügig

Soziale Nähe macht großzügig


Zwei Gehirnregionen arbeiten als Gegenspieler bei der Bewertung der sozialen Distanz

Je näher uns ein Mensch steht, desto großzügiger sind wir. Warum das so ist und wie unser Gehirn diese Unterscheidung trifft, haben Forscher nun aufgeklärt. Demnach sind zwei widerstreitende Hirnregionen für die Bewertung der sogenannten sozialen Distanz zuständig: Je nachdem, welcher Bereich sich durchsetzt, sind wir großzügig oder egoistisch, erklären die Forscher im Journal "Proceedings oft he National Academy of Sciences".

Großzügigkeit ist mehr als nur selbstloses Verhalten: Die Fähigkeit, Dinge auch mit anderen zu teilen, ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft. Selbstloses Verhalten gilt als wichtiges Merkmal sozialer Lebewesen wie Menschen und Menschenaffen. Aber auch in der Ökonomie kommt es darauf an, die Interessen anderer Marktteilnehmer bei Entscheidungen mit einzubeziehen. Wir verhalten uns aber nicht allen Menschen gegenüber gleich großzügig: Einer nahestehenden Person gegenüber sind wir meist freigiebiger als einem Unbekannten. Entscheidend ist ein Phänomen namens "soziale Distanz".

Großzügig oder egoistisch?


Wissenschaftler um Tina Strombach von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) haben sich angeschaut, wie die Entscheidung zur Großzügigkeit im Gehirn abläuft und welche Rolle die soziale Distanz dabei spielt. Dazu beobachtete sie die Hirnaktivität von Testpersonen mit einem funktionellen Magnetresonanztomographen (fMRT).

Während der Untersuchung spielten die Probanden eine ökonomische Aufgabe durch: Sie konnten einen Geldbetrag entweder mit einem gedachten Spielpartner teilen, oder komplett für sich behalten – sie hatten also die Wahl, großzügig oder egoistisch zu sein. Dabei sollten sie sich einmal einen ihnen nahe stehenden Menschen als Spielpartner vorstellen, einmal einen nur entfernt bekannten. 

"Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer viel eher bereit sind, ihren Egoismus zu überwinden und zu teilen, je näher sie dem Spielpartner emotional stehen", so Erstautorin Strombach.

Zwei Hirnregionen im Widerstreit

Die begleitenden Hirnscans ergaben aber noch mehr: Zwei verschiedene Bereiche im Gehirn stehen offenbar im Widerstreit zueinander:

Der ventromediale präfrontale Cortex im Stirnlappen der Großhirnrinde gehört zum Belohnungssystem. Er stellt die egoistische Seite dar. 




Ihm gegenüber wirkt der temporoparietaler Übergang im hinteren Bereich des Gehirns. Er steht mit der Empathiefähigkeit in Verbindung und ist auch wichtig für die Unterscheidung zwischen "selbst" und "fremd".



"Beide Gehirnregionen arbeiten als Gegenspieler", erläutert Studienleiter Tobias Kalenscher von der HHU: „Sie tarieren aus, wie egoistisch oder großzügig wir uns abhängig von der sozialen Distanz verhalten." 
Bernd Weber von der Universität Bonn ergänzt: 

"Der temporoparietale Übergang hält die egoistischen Bestrebungen des ventromedialen präfrontalen Cortex in Schach und ermöglicht somit altruistisches Verhalten." 

Dieses Ergebnis ist sowohl für die Wirtschaftswissenschaften als auch für die Soziologie interessant: In beiden Disziplinen müssen die im menschlichen Gehirn angelegten Verhaltensmuster zur sozialen Distanz in unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen berücksichtigt werden. (PNAS, 2015; doi: 10.1073/pnas.1414715112)
(Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 20.01.2015 - AKR)

Sonntag, 22. März 2015

Die Veränderlichkeit unserer Erinnerungen - therapeutischer Nutzen


Die Unschärfe unseres Gedächtnisses




Eine Erinnerung wird bei jedem Abrufen für kurze Zeit instabil. Dadurch kann das Gedächtnis aktualisiert werden, ist gleichzeitig aber auch manipulierbar. Dies hat für Gerichtsverfahren und die Psychotherapie Konsequenzen.


Ein Kind, das sich die Finger an einer heissen Herdplatte verbrennt, wird sich zeit seines Lebens an dieses Ereignis erinnern, so hoffen die Eltern. Aber was geschieht mit der Erinnerung, wenn das Kind beim nächsten Küchenbesuch beobachtet, dass seine Eltern die Herdplatte zwar berühren, sich aber nicht daran verbrennen, da diese nicht eingeschaltet ist?
Eine bis zur Jahrtausendwende vorherrschende Theorie auf dem Gebiet der Gedächtnisforschung besagte, dass sich ein einmal geformtes Gedächtnis über die Zeit nicht mehr verändert, vorausgesetzt, seine Wichtigkeit ist gross. 
Weil es für das Kind existenziell wichtig ist zu lernen, sich nicht zu verbrennen, würde es sich gemäss dieser Theorie also immer daran erinnern, dass Herdplatten heiss sind.
Im Jahr 2000 jedoch publizierte eine Forschergruppe um den Neurobiologen Joseph LeDoux von der New York University eine seither vielzitierte Studie, die diese Theorie infrage stellt. 
Dafür benutzten die Forscher Ratten und eine Substanz, welche die für die Gedächtnisbildung wichtige Proteinsynthese blockiert. Erhielten die Ratten diese Substanz, unmittelbar nachdem sie sich an ein schmerzhaftes Erlebnis erinnert hatten – man setzte die Tiere in eine Kiste, in der sie einige Tage zuvor einen Stromschlag erfahren hatten –, verschwand die Angst vor der Kiste. 
Die Tiere entwickelten also kein nachhaltiges Angstgedächtnis bezüglich der Kiste. Wurde die gleiche Substanz jedoch ohne Wiedersehen der Kiste verabreicht, reagierten die Tiere weiterhin äusserst ängstlich auf diese.
Aus diesen Beobachtungen schlossen die Forscher, dass sich ein einmal geformtes Gedächtnis durch dessen Hervorrufen, also durch den Vorgang des Sicherinnerns, verändern lässt. 
Da dieser Prozess auf ähnlichen neuronalen Vorgängen beruht wie die ursprüngliche Gedächtnisbildung, die in der Fachsprache Konsolidierung genannt wird, wurde er als Rekonsolidierung bezeichnet. Demnach erlaubt es die Rekonsolidierung, das ursprüngliche Gedächtnis mit aktuellen Informationen auf den neuesten Stand zu setzen. So lernt das Kind etwa, dass eine Platte nur heiss ist, wenn sie angeschaltet ist.
In den Jahren nach dem Erscheinen dieser Studie entbrannte auf dem Gebiet der Gedächtnisforschung ein intensiv geführter Streit zwischen Rekonsolidierungsbefürwortern und -gegnern. Denn einerseits war es mit LeDoux' Versuchsanordnung nicht möglich, ausschliesslich diejenigen Nervenzellen zu manipulieren, die für die Gedächtnisbildung verantwortlich waren – es könnte sich bei dieser Beobachtung also um einen unspezifischen Effekt handeln. Andererseits könnte eine Aktualisierung des Gedächtnisses auch mit einer zweiten, neuen Gedächtnisspur erklärt werden: Diese würde durch die neuen Gegebenheiten hervorgerufen und existierte parallel zur ursprünglichen Gedächtnisspur.

Erinnerung künstlich abrufen


Einen ersten stichhaltigen Beweis für die Rekonsolidierungstheorie lieferte 2012 eine Arbeit des Hirnforschers Mark Mayford vom Scripps Institute in Kalifornien. Dazu entwickelten die Forscher genetisch modifizierte Mäuse, in denen bestimmte Nervenzellen, die bei der Bildung einer Erinnerung involviert sind, mit einer passenden Substanz zu einem beliebigen Zeitpunkt aktiviert werden können. Auf diese Weise konnten die Forscher eine bestimmte Gedächtnisspur künstlich reaktivieren.
Die Forscher trainierten die Mäuse dahingehend, eine Angsterinnerung an eine Kiste A zu entwickeln. Dabei wurde eine bestimmte Gruppe von Neuronen aktiviert und mit einem Rezeptor markiert. Wurden die «A-Neuronen» danach künstlich reaktiviert, zeigten die Tiere tatsächlich eine typische Angstreaktion, selbst wenn die Kiste A nicht gegenwärtig war. Das System erlaubte es also, künstlich eine Erinnerung hervorzurufen.
In einem weiteren Experiment zeigte man den Tieren dann eine ihnen unbekannte Kiste B, vor welcher sie keine Angst hatten. Aktivierte man nun aber gleichzeitig die «A-Neuronen» in der B-Kiste und testete danach die Angstreaktion der Tiere auf die ursprünglich angsteinflössende A-Kiste, reagierten sie weniger ängstlich als zuvor. Wurden die «A-Neuronen» in der B-Kiste hingegen nicht reaktiviert, veränderte sich die Angstreaktion der Tiere nicht. 
Die Reaktivierung der ursprünglichen Gedächtnisspur in der als sicher eingestuften B-Kiste ermöglichte es demnach, die ängstliche Erinnerung abzuwandeln. Diese Experimente demonstrieren, dass eine abgerufene Erinnerung von aussen manipuliert werden kann.
Die gewonnene Erkenntnis hat weitreichende Konsequenzen: Wenn sich eine Erinnerung bei jedem Hervorrufen verändern lassen kann, wie zuverlässig sind dann noch Zeugenaussagen vor Gericht? 
Metaanalysen haben ergeben, dass falsche Zeugenaussagen mehr als 75 Prozent aller anhand von später erfolgten DNA Tests revidierten Verurteilungen zugrunde liegen. 
Könnte es also sein, dass sich die Erinnerungen von Zeugen durch das wiederholte Abrufen bei der Befragung beeinflussen lassen? In Anbetracht der Labilität der Erinnerung scheint ein gewisses Risiko zu bestehen.


Therapeutischer Nutzen


Bei der Behandlung von traumatischen Erinnerungen ist die Labilität dagegen ein Vorteil. Die erfolgreichste Behandlungsmethode ist die verhaltenstherapeutische Konfrontationstherapie. 
Dabei werden Patienten in einer sicheren Umgebung wiederholt mit dem Angst-Auslöser konfrontiert. Seit langem war bekannt, dass ein erfolgreiches Sich-in-Erinnerung-Rufen dieses Auslösers ausschlaggebend für den Erfolg oder Nichterfolg einer Konfrontationstherapie ist – eine empirische Erkenntnis, die durch die neuesten Resultate der Gedächtnisforschung unterstützt wird.
Der Grundsatz der Veränderlichkeit einer Erinnerung bedeutet letztlich aber auch, dass sich eine Erinnerung nie ganz in ihrer ursprünglichen Form fassen lässt, weil sie beim Versuch dabei zwangsweise durch die jeweiligen Umstände zum Zeitpunkt des Sicherinnerns beeinflusst wird. 


Somit könnte es sein, dass die grösste Errungenschaft unseres Gedächtnisses, nämlich die Fähigkeit zur sukzessiven Integration neuer Informationen, gleichsam auf seiner grössten Schwäche fusst: einer dem Gedächtnis inhärenten Unschärfe.

Samstag, 18. Januar 2014

Alles, was Sie denken, führt zu Reaktionen auf der körperlichen und materiellen Ebene.

Verwirklichen Sie Ihre Ziele mit Mentaltraining




Wäre es nicht schön, wenn Sie es in der Hand hätten, Ihr Leben positiver zu gestalten und sich seelisch und körperlich einfach wohler zu fühlen? Das geht tatsächlich - mit der Kraft Ihrer eigenen Gedanken! Dieses große Potential können Sie zur Aktivierung Ihrer Selbstheilungskräfte und zur Änderung negativer Gedankenmuster nutzen.
Mentales (mental = lat.: den Geist betreffend) Training ist eine Methode, mit der Sie Ihr Denken und Handeln positiv beeinflussen und dadurch Ihr Schicksal aktiv in die Hand nehmen können. Ursprünglich wurde das Training in den 1970er Jahren für Astronauten entwickelt, damit sie ihre großen körperlichen und seelischen Herausforderungen besser meistern konnten. Bald machte sich auch der Spitzensport die Methode zur Leistungsverbesserung zunutze, und noch heute wird z. B. unsere Fußball-Nationalmannschaft mental trainiert. Inzwischen wird Mentaltraining auch im medizinischen Bereich u. a. zur Unterstützung des Heilungsverlaufs sowie in der Rehabilitation zur Nachsorge von Schlaganfällen eingesetzt. Das können Sie durch das mentale Training erreichen:
- Vorbeugung und Abbau von Stress
- Stärkung des Selbstvertrauens
- Aktivierung Ihrer Selbstheilungskräfte
- Optimierung Ihrer Lebensgestaltung
Wenn Sie mit Mentaltraining beginnen wollen, sollten Sie zunächst einmal Ihre Ziele festlegen. Denn das wichtigste Grundprinzip des mentalen Trainings lautet: Stellen Sie sich Ihr Ziel als bereits erreicht vor. Dabei kann dieses Ziel die verschiedensten Bereiche betreffen: z. B. die Gesundheit, Berufliches - die Hauptsache ist, dass Sie es genau definieren können. Es geht also nicht um den Ist-Zustand (z. B. krank) sondern vielmehr um den Soll-Zustand (z. B. gesund). Damit Sie ihn erreichen, arbeiten Mentaltrainer mit verschiedenen Techniken. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auf der Kontrolle der Gedanken.

Alles, was Sie denken, führt zu Reaktionen auf der körperlichen und materiellen Ebene. Das liegt daran, dass unser Gehirn nicht unterscheiden kann, ob wir uns etwas nur vorstellen, oder ob wir es tatsächlich erleben. Wenn Sie also ständig denken, dass es Ihnen nicht gut geht oder dass Sie Schmerzen haben, wird der Zustand auch so bleiben. Unterbrechen Sie daher diese negativen Gedanken sofort und formulieren Sie Ihr positives Ziel. 

So programmieren Sie Ihr Gehirn auf ein Ziel

Gehen Sie jeden Tag mindestens einmal in die Entspannung. Atmen Sie dazu mit geschlossenen Augen gleichmäßig ein und aus, und zählen Sie dabei von zehn bis eins rückwärts. Beginnen Sie nun mit der Vorstellung Ihres Ziels. So programmieren Sie Ihr Gehirn auf das Erreichen Ihres Ziels:
- Stellen Sie sich Ihren Soll-Zustand in lebhaften Bildern vor (z. B. Schmerzfreiheit, volle Beweglichkeit).
- Spüren Sie, wie sich dieser Zustand anfühlt.
- Unterstützen Sie die Zielvorstellung mit positiven Glaubenssätzen 
Nun wird Ihr Körper alle Kräfte mobilisieren, um dieses Ziel Wirklichkeit werden zu lassen.